THE SHOOT – AN ORIENTAL ODYSSEY

 6. – 13. September 2020

***English version below***

Die dritte Ausgabe des internationalen Kunstfestivals UNTER DEM PFLUG DER ZEIT findet vom 6.-13. September 2020 wieder im Kosovo statt. Nach der Beschäftigung mit Entstehungs- und Zerstörungsmythen im Jahr 2018, dem Schicksal der Medea 2019 (>>Video), setzen wir uns 2020 mit Karl Mays Roman „Der Schut“ auseinander, wobei das Festival den englischen Titel aufgreift: THE SHOOT – AN ORIENTAL ODYSSEY.

Mays Orientzyklus wurde 1964 in einer deutsch-französisch-italienisch-jugoslawischen Koproduktion u.a. in Strellc, Peja und Decan verfilmt, also in den Aufenthalts- und Probeorten unseres Festivals rund um die 200 jährige Kulla der Familie Beqiraj.

Zahlreiche BewohnerInnen dieser Region haben zur Jugoslawien-Zeit als Kinder oder Jugendliche bei der Verfilmung mitgespielt und wissen heute noch genau, wo sich das Versteck des „Räubers“ SHOOT samt seiner Bande befindet. Und sie wissen auch: Der SHOOT ist nicht tot. Er verbreitet immer noch Angst und Schrecken. Niemand kennt die wirkliche Identität dieses Aufrührers. Wenn er erneut loszieht, ein Dorf verwüstet und die widerspenstige Bevölkerung auslöscht – dann nagelt er als Zeichen seiner Un-Kenntlichkeit ein abgeschnittenes Ohr an die Haustür.

Das Thema des abgeschnittenen Ohres, das als Zeichen dafür steht, dass jemand zu viel oder eben zu wenig hört, wenden wir auch beim zweiten Schwerpunkt unseres Festivals an, der Beschäftigung mit dem Mythos Beethoven. Vor 250 Jahren geboren, hat Beethoven die letzten Jahre seines Lebens taub verbracht und dabei einzigartige Musikwerke komponiert. Diese wollen wir in der Landschaft von Dukagjini neu und anders zu Gehör bringen, etwa durch spezielle Konzerte in Kullas und an außergewöhnlichen Orten, oder durch Landart-Projekte, bei denen z.B. ein überdimensionaler, riesiger Konzertflügel in ein Feld bei Strellc/Decan gebaut wird, an dem während der Festivalwoche 5 Mal am Tag ausgewählte Musikstücke von Beethoven zu hören sind. 

Den dritten Schwerpunkt bildet eine Arbeit des deutschen experimentellen Regisseurs Christoph Schlingensief, der 1999 in Nordmazedonien das kosovarische Flüchtlingslager Bllaca gefilmt und anschließend an der Berliner Volksbühne eine performative Installation mit dem Titel „Deutschland-Suche“ inszeniert hat, wobei auf der Hinterbühne ein Zeltlager errichtet wurde.

Da wir an einer spielerischen Überwindung von Stereotypen und kolonialistischen Vorurteilen interessiert sind, möchten wir in den Feldern von Strellc eine experimentelle SHOOT-Zeltstadt errichten, in der die eigenen wie auch fremden Klischees von Identität auf lustvolle Weise überprüft und transformiert werden können.

Für den SHOOT wird die Kooperation mit mehreren Universitäten aus Mitteleuropa und dem Balkanraum fortgesetzt und ausgebaut. Wir laden 30 Studierende aus österreichischen und deutschen Universitäten in den Kosovo ein. Nach der erfolgreichen Zusammenarbeit mit der kosovarischen Universität UBT im Jahr 2019 stellt diese 2020 ihr Netzwerk an Hochschulen im Balkanraum dem Festival zur Verfügung und lädt ihrerseits 30 Studierende zum Festival ein. Gesamt sollen 60 Studierende und 60 KünstlerInnen aus ca. 20 Nationen an dieser Sommer-Akademie teilnehmen. Neben den kosovarischen Fakultäten für Kunstgestaltung, Architektur, Design und Media werden PerformerInnen, MusikerInnen, bildende KünstlerInnen, ArchitektInnen, FilmemacherInnen und WissenschafterInnen in Decan, Peja, Strellc und Umgebung mitwirken.

Bereits im Vorfeld führen wir Gespräche mit BewohnerInnen aus den Regionen Decan und Peja, um deren Erlebnisse während der Dreharbeiten und ihre Einschätzung der historischen Entwicklung des Kosovo seit den 1960er Jahren im Rahmen des Festivals zu bearbeiten.

Wir sind nicht an einer Nachverfilmung des SHOOT interessiert, sondern an einer zeitgenössischen Befragung und Überwindung der politischen und künstlerischen Stereotypen und Klischees.

VORLÄUFIGER ZEITPLAN DER FESTIVALWOCHE:

Samstag, 5.9.2020:
16 Uhr: Busfahrt von Wien (HBF) nach Peja ins Hotel Camp Karagaq.

Sonntag, 6.9.2020:
Anreisetag; Check-in Hotel Camp Karagaq, Peja. Freie Zeiteinteilung bis 19 Uhr.
19 Uhr: Kick-off und erste Projektbesprechungen; anschließend Opening-Party.

Montag, 7.9.2020:
10 Uhr: Fahrt vom Camp Karagaq nach Strellc (15km): Besichtigung der Kulla und der Landschaft.
14 Uhr: Fahrt von Strellc zum Restaurant Gryka (ca. 10km, dort Essen).
16 Uhr: Fahrt bzw. Fußweg vom Restaurant Gryka zum Kloster Decan und zur Hotelruine (ca. 2km); Besuch der beiden Anlagen.
18.30 Uhr: Fahrt vom Kloster Decan zum Camp Karagaq (16km).
20 Uhr: Koordination der Gruppen und Projekte („Champions-League-Auslosung“) im Camp Karagaq; anschließend Party.

Dienstag, 8.9.2020:
10 Uhr: Fahrt vom Camp Karagaq nach Strellc, dort Beginn des Aufbaus und Catering (ca. 13 Uhr).
14 Uhr: Fahrt von Strellc nach Prizren (65km), individuelle Stadtbesichtigung.
19 Uhr: Fahrt von Prizren zum Camp Karagaq (75km)
21 Uhr: Besprechung, anschl. Party.

Mittwoch, 9.9.2020:Vormittag bis 14 Uhr: Material-Einkauf individuell oder in Gruppen in Peja.
14 Uhr: Fahrt vom Camp Karagaq nach Strellc, dort Aufbau u. Catering (ca. 17 Uhr).
19 Uhr: Fahrt von Strellc zum Camp Karagaq.
21 Uhr: Besprechung, anschl. Party.

Donnerstag, 10.9.2020:
Vormittag bis 12 Uhr: Material-Einkauf, Besprechungen, etc.
12 Uhr: Fahrt vom Camp Karagaq nach Strellc, dort Aufbau und Catering (ca. 14 Uhr).
17 Uhr: Fahrt von Strellc nach Gjakova (27km), dort Besuch des Ethnografischen Museums und Besichtigung des Altstadt-Bazars.
21 Uhr: Fahrt von Gjakova zum Camp Karagaq (35km).

Freitag, 11.9.2020:
Vormittag bis 14 Uhr: Material-Einkauf, Besprechungen, etc.
14 Uhr: Fahrt vom Camp Karagaq nach Strellc, dort Aufbau, Catering (ca. 17 Uhr) und Lichtproben.
22 Uhr: Fahrt von Strellc zum Camp Karagaq.

Samstag, 12.9.2020:
Vormittag bis 14 Uhr: Materialeinkauf, Besprechungen, etc.
14 Uhr: Fahrt vom Camp Karagaq nach Strellc.
18 Uhr: Beginn der Präsentation. Catering wird in die Performances integriert.
Abschlussparty in Strellc.
01 Uhr: Fahrt von Strellc zum Camp Karagaq.

Sonntag, 13.9.2020:
11 Uhr: Check-out vom Camp Karagaq (Gepäck kann dort gelagert werden).
ca. 16 Uhr: Fahrt vom Camp Karagaq nach Wien (HBF).

KOSTEN FÜR TEILNEHMENDE AB WIEN:
Einzelzimmer: 250.- Euro.
Zwei- bis Vier-Bettzimmer: 200.- Euro.

Im Preis inkludiert sind: Organisierte Busreise am 5.9.2020 um 16 Uhr vom Wiener Hauptbahnhof ins Hotel Camp Karagaq in Peja (Kosovo) und retour am 13.9.2020 um 16 Uhr vom Hotel Camp Karagaq nach Wien. Sieben Übernachtungen im Hotel Camp Karagaq (Einzelzimmer im Hotel Shala, 5 Gehminuten vom Hotel Camp Karagaq entfernt). Fünf Mal Catering in Strellc. Organisierte Busreisen täglich vom Hotel zum Probenort und retour und zusätzlich zum Kloster Decan, nach Gjakova und nach Prizren.

Bei einfacher Fahrt (also nur Hin- oder Retourreise mit dem Bus von bzw. nach Wien):
Kosten für Einzelzimmer: 220.- Euro.
Kosten für Zwei- bis Vier-Bettzimmer: 170.- Euro

Bei selbständiger An- und Abreise zum und vom Hotel Camp Karagaq: Kosten für Einzelzimmer: 170.- Euro.
Kosten für Zwei- bis Vier-Bettzimmer: 120.- Euro.

Überweisung auf folgendes Konto:
transit – Interdisziplinäre Kunst und Kultur
IBAN: AT48 3600 0000 0074 6198
Verwendungszweck: THE SHOOT + Vor- und Nachname

ALLGEMEINE DATEN:
Veranstaltungszeitraum: 6.-13. September 2020.
Präsentation: 12. September 2020, 18-24 Uhr.
Veranstaltungsort: Strellc, Region Decan, Kosovo.
Veranstalter: Der österreichische Kunstverein transit in Kooperation mit dem kosovarischen Kunstverein Stralli.

Verantwortliche Personen:
Andreas Pronegg (AUT), Katarina Csanyiova (SK),
Alban Beqiraj (XK), Rajmonda Ahmetaj (XK).

Für die Vereine transit und Stralli:
Andreas Pronegg
Wien, am 26.1.2020

ZUSATZINFORMATIONEN

  1. Das Balkanbild im Roman und Film:

Karl Mays Völkerskizzen vom Balkan und sein Bild der AlbanerInnen sind oberflächlich, lückenhaft und von Stereotypen durchzogen. Er gibt in seinen Balkanromanen den „Skipetaren“ weder eine albanische Sprache, noch einen albanischen Namen. Für seine Erzählungen bedient er sich u.a. unwissenschaftlicher Transkriptionen aus dem kyrillischen oder dem osmanisch-arabischen. Kara Ben Nemsi, das Alter Ego von Karl May, ist ein europäischer Kolonisator. Er hat „im wilden Balkan“ eine enorme zivilisatorische Aufräumarbeit zu vollbringen, ähnlich der Aufgabe des Herakles bei der Säuberung der Augias-Ställe. Dabei muss der deutsche Übermensch auf seiner Jagd nach dem unbekannten Schut permanent eine gewaltige Übersetzungsarbeit leisten: Er muss die Werte seiner zivilisierten Heimat in diesem „feindlichen, exotischen Naturraum“ durchsetzen, um seinem Verständnis von Gesetz und Ordnung zum Recht zu verhelfen und den Schut seiner „verdienten“ Strafe zuzuführen.

Die Verfilmung aus dem Jahr 1964 greift die imperialen Narrative von Karl Mays Orient-Roman auf und verbindet sie ihrerseits, kurz nach dem 2. Weltkrieg und dem deutschen Eroberungsfeldzug durch den Balkan, mit filmischen Klischeebildern von „naturnahen“ Völkern, die mitteleuropäischen Wertvorstellungen vollkommen fremd gegenüberstehen. Aufgrund der binären Kodierung der Erzählungen müssen diese Störenfriede in Duell-Szenen ausgemerzt werden – wobei von Anfang an kein Zweifel darüber besteht, wer in diesem Kampf letztlich die Oberhand behalten wird.

2. Unsere Arbeitsweise:

Bei der spielerischen Auseinandersetzung mit dem Karl-May-Roman und dessen Verfilmung arbeiten wir mit ausgewählten künstlerischen und theoretischen Texten auf Albanisch, Deutsch, BKS und Englisch. Die unterschiedlichen Balkan- und Europadiskurse begreifen wir als Möglichkeit, sich des je eigenen Standpunktes bewusster zu werden, um überprüfen zu können, mit welchen Vorurteilen und Stereotypen das eigene Denken behaftet ist. Zur Reflexion dienen uns dabei vor allem interdisziplinäre und interkulturelle künstlerische Positionen, die herkömmliche Denkweisen zu durchkreuzen vermögen und die Blickrichtung von Innen und Außen, Sprachmacht und Ohnmacht, Bildgewalt und Gestaltlosigkeit austauschen oder auflösen.

Wir möchten historische Raumbegriffe und Sprach- sowie visuelle Bilder interdisziplinär untersuchen, um zu einem Wahrnehmungs-Wandel der tradierten Vorstellungen von An-Ordnung und Fremdheit zu gelangen. So wie die Studierenden und KünstlerInnen aus Mitteleuropa und dem Balkanraum wandern, um sich gemeinsam in einem kleinen Dorf namens Strellc zu treffen und von dort weiter in andere Ortschaften wandern und durch den Kosovo reisen, so sollen das Denken und die Konzepte (auch untereinander) wandern. Wir begreifen den gemeinsamen Lernprozess als eine unkontrollierbare Bewegung und das lernende Subjekt als permanent in Bewegung und Veränderung befindlich. Auch Theorien, Begrifflichkeiten und Sprach-Bilder sollen einem Wandel unterzogen werden. Dabei soll das eigene disziplinäre, aber auch das interdisziplinäre Denk- und Urteilsvermögen weiterentwickelt werden. Weltsicht und Handeln der Lernenden sollen spürbar und für einen selbst und für andere sichtbar gemacht werden. Dadurch können neue kulturelle, politische und künstlerische Zusammenhänge hergestellt werden, die vorher nicht bewusst und auch nicht vorstellbar waren. Manchmal ermöglicht ein Sprung die Überquerung der Todesschlucht, nicht ein Schritt.

3. UNTER DEM PFLUG DER ZEIT ist eine Plattform, die möglichst junge Menschen aus dem Balkan und Mitteleuropa zusammenführt. Sie misstraut den herrschenden politischen und ökonomischen Regeln, Ideologien und Wahrnehmungen. Sie öffnet sich radikal neu zu entdeckenden Künsten, Wissenschaften, Technologien und Sprachen.

UNTER DEM PFLUG DER ZEIT kooperiert mit Universitäten, Schulen, Technologiebetrieben, KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen, sozialen und karitativen Einrichtungen aus mittlerweile 20 Ländern. Unser Kapital maximiert sich mit den Erlebnissen und Erfahrungen, die wir im transnationalen, interkulturellen und interdisziplinären Austausch gewinnen.

Unser Spiel ist unberechenbar. Und unser Spiel ist ernst.
THE SHOOT – AN ORIENTAL ODYSSEY begreifen wir als internationale künstlerische Werkstatt, die einen Transfer, Austausch, Umbau und die Auflösung von kolonialistischen Vor-Bildern und Stereotypen ermöglicht.- – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –

UNDER THE PLOW OF TIME 20
THE SHOOT – AN ORIENTAL ODYSSEY

6th-13th September 2020
Strellc-Decan-Peja

The third edition of the international art festival UNDER THE PLOW OF TIME takes place from the 6th to the 13th of September 2020, again in Kosovo. After dealing with the myths of genesis and destruction in 2018, the fate of Medea 2019, in 2020 we deal with the novel THE SHOOT – AN ORIENTAL ODYSSEY, by the bestseller German author Karl May.

During the Yugoslavian era, numerous residents of this region played as children or adolescents in the film adaptation of this book. To this day they remember where the “robber” SHOOT and his gang’s hideout is located. They also know: The SHOOT is not dead. He still spreads fear and terror. Nobody knows the real identity of this agitator. When he sets off again, devastating a village and wiping out the unruly population – he will, as a sign of his un-recognizability, nail a cut ear to the front door.

The topic of the cut ear, which is a sign that someone is hearing too much or, on the other hand, too little, is the second focus of our festival, which deals with the myth of Beethoven. Born 250 years ago, Beethoven, even though being deaf for the last 30 years of his life, composed unique musical works throughout this period. We want these to be heard in the Dukagjini area in a new and different way, for instance through special concerts in Kullas and at other unusual locations, or through land art projects, where we build for example an oversized, huge concert grand in a field near Strellc / Decan, on which selected pieces of Beethoven’s music will be played 5 times a day throughout the whole festival week.

The third focal point of our festival is the work of German experimental director Christoph Schlingensief, who visited and filmed the Kosovar refugee camp Bllaca in North Macedonia in 1999 and afterwards staged a performative installation at the Volksbühne in Berlin, entitled Deutschland-Suche (Germany – Quest), where they built a tent camp on the rear stage.

Since we are interested in overcoming stereotypes and colonial prejudices in a playful manner, we would like to set up an experimental SHOOT-tent-town in the fields of Strellc, in which our own and other people’s clichés of identity can be verified and transformed in a fun way.

For SHOOT, the collaboration with several universities from Central/ Eastern Europe and the Balkans will be continued and expanded. On top of the commitments already made by Austrian universities that are travelling to Kosovo with around 30 students, the Kosovan University UBT in Prishtina is making its network of universities in the Balkans available to the festival after last year’s successful collaboration. Total 60 international students and 60 international artists from about 20 different nations are invited to the festival. In addition to the faculties for art design and architecture, performers, musicians, visual artists, filmmakers and scientists will be involved in Decan, Peja, Strellc and the surrounding area. For this purpose, discussions are held in advance with residents of Kosovo in order to use their impressions and experiences during filming THE SHOOT for the festival. We are not interested in a remake of the SHOOT, but in a contemporary questioning and overcoming of the political and artistic stereotypes and clichés.

General data:

Event period: 6th-13th September 2020.
Presentation: September 12, 2020, 6 p.m. – midnight.
Venue: Strellc, Decan Region, Kosovo.

Organiser: The kosovan art association stralli in collaboration with austrian art association transit

Persons in charge: Alban Beqiraj (XK), Rajmonda Ahmetaj (XK), Katarina Csanyiova (SK), Andreas Pronegg (AUT)

Involved institutions: Experimental architecture Innsbruck, studio3; UBT University of Prishtina; Music University Gjakova; Faculty of Art – University of Prishtina/ Acting Class, Film-Class, Music-Studies; Faculty of Philology – University of Prishtina/ German Studies; TU-Vienna, schools; social and charitable institutions; technology companies.

Participants: approx. 60 students from Central, Eastern Europe and the Balkans, and approx. 60 artists, scientists, teachers and theoreticians.

More information, videos, photos and registrations at:

www.stralli.org

VIDEO-DOCUMENTATION UNDER THE PLOW OF TIME 19:

For the associations stralli and transit:
Andreas Pronegg

24th January 2020
PRELIMINARY SCHEDULE OF THE FESTIVAL WEEK:

Saturday, 5/9/2020:
4 p.m.: Bus trip from Vienna (HBF) to Peja to Hotel Camp Karagaq.

Sunday, 6/9/2020:
day of arrival; Check-in Hotel Camp Karagaq, Peja. Free time until 7 p.m.
7 p.m.: kick-off and first project meetings; then opening party.

Monday, 7/9/2020:
10 a.m.: drive from Camp Karagaq to Strellc (15 km): visit to Kulla and the countryside.
2 p.m.: drive from Strellc to the Gryka restaurant (approx. 10 km, lunch).
4 p.m.: drive or walk from the Gryka restaurant to the Decan monastery and the hotel ruins (approx. 2 km); visit to the two facilities.
6.30 p.m.: drive from Decan monastery to Camp Karagaq (16km).
8 pm: meeting and party

Tuesday, 8/9/2020:
10 a.m.: Drive from Camp Karagaq to Strellc, start of construction and catering (approx. 1 p.m.).
2 p.m.: drive from Strellc to Prizren (65 km), individual city tour.
7 p.m.: drive from Prizren to Camp Karagaq (75km)
9 p.m.: optional: meeting and party

Wednesday, 9/9/2020:
Morning until 2 p.m.: purchasing material individually or in groups in Peja.
2 p.m.: drive from Camp Karagaq to Strellc, there construction and catering (around 5 p.m.).
7 p.m.: drive from Strellc to Camp Karagaq.
9 p.m.: optional: get together and party

Thursday, 10/9/2020:
Morning until 12 p.m.: purchasing materials, meetings, etc.
12:00 p.m.: drive from Camp Karagaq to Strellc, set-up and catering (approx. 2 p.m.)
5 p.m.: drive from Strellc to Gjakova (27km), visit – ethnographic museum and old town bazaar.
9 p.m.: drive from Gjakova to Camp Karagaq (35km).

Friday, 11/9/2020:
Morning until 2 p.m.: purchase of materials, meetings, etc.
2 p.m.: drive from Camp Karagaq to Strellc, set up, catering (approx. 5 p.m.) and light tests.
10 p.m.: drive from Strellc to Camp Karagaq.

Saturday, 12/9/2020:
Morning until 2 p.m.: purchase of materials, meetings, etc.
2 p.m.: Drive from Camp Karagaq to Strellc.
6 p.m.: Start of the presentation. Catering is integrated into the performances. Closing party in Strellc.
1 a.m.: Drive from Strellc to Camp Karagaq.

Sunday, 13/9/2020:
11 a.m.: Check-out Camp Karagaq (luggage can be stored there).
4 p.m.: trip from Camp Karagaq to Vienna (HBF).

COSTS FOR PARTICIPANTS FROM VIENNA:
Single room: 250 euros.
Two- to four-bed rooms: 200 euros.

The price includes: Organised bus trip on 4/7/2020 at 4 p.m. from Vienna Central Station to Hotel Camp Karagaq in Peja (Kosovo) and back on 12/7/2020 at 4 p.m. from Hotel Camp Karagaq to Vienna. Seven nights at Hotel Camp Karagaq (single room at Hotel Shala, 5 minutes‘ walk from Hotel Camp Karagaq). Catering (5 times) in Strellc. Organised bus trips daily from the hotel to the rehearsal site and back and in addition to the Decan monastery, Gjakova and Prizren.

For a one-way trip (i.e. only outward or return journey by bus from or to Vienna):
Cost for a single room: 220 euros.
Cost for two to four bed rooms: 170 euros

For independent arrival and departure to and from Hotel Camp Karagaq:
Single room costs: 170 euros.
Cost for two to four bed rooms: 120 euros.

Transfer to the following account:
transit – interdisziplinäre kunst und kultur
IBAN: AT48 3600 0000 0074 6198
Purpose: THE SHOOT + first and last name

Additional information

1.

The depiction of the Balkan in the novel and film:

Karl May’s sketches of people from the Balkans and his picture of the Albanians are superficial, sketchy (full of gaps) and pervaded by stereotypes. In his Balkan novels he gives the „Skipetaren“ neither an Albanian language nor an Albanian name. He uses, among other things, unscientific transcriptions from Cyrillic or Ottoman-Arabic. Kara Ben Nemsi, Karl May’s alter ego, is an European coloniser. He has to carry out an enormous civilising cleanup „in the wild Balkans“, similar to the task of Heracles in cleaning up the Augias stables. The German superhuman must constantly carry out a tremendous translation work on his hunt for the unknown shoot: he must enforce the values ​​of his civilised homeland on this „hostile, exotic natural area“ in order to help his understanding of law and order to be just and to deliver „deserved“ punishment to the Shoot.

The film adaptation from 1964 picks up on the imperial narratives of Karl May’s oriental novel and, shortly after the Second World War and the German campaign to conquer the Balkans, combines them with cinematic clichés of “near-natural” people that are completely alien to Central European values. Due to the binary coding of the narratives, these troublemakers have to be eliminated in duel scenes – although there is no doubt from the start who will ultimately prevail in this fight.

2.

Our method of working:

In the playful examination of the Karl May novel and its film adaptation, we work with selected artistic and theoretical texts in Albanian, German, Bosnian/Croatian/Serbian and English. We understand the different Balkan and European discourses as an opportunity to become more aware of one’s own point of view in order to be able to check which prejudices and stereotypes are associated with one’s own thinking. We primarily use interdisciplinary and intercultural artistic positions for reflection, which are able to thwart conventional ways of thinking and e.g. exchange or dissolve the line of sight from inside and outside, language power and powerlessness, image power and shapelessness.

We would like to examine historical concepts of space and language as well as visual images in an interdisciplinary manner in order to change the perception of the traditional ideas of space and foreignness. Just as the students and artists from Central, Eastern Europe and the Balkans hike to meet together in a small village called Strellc and from there to other villages and travel through Kosovo, so should the thinking and the concepts (also among each other). We understand the common learning process as an uncontrollable movement and the learning subject as constantly in motion and change. Theories, terminology and language images are also to be subjected to change. The aim is to further develop one’s own disciplinary and interdisciplinary thinking and judgment. The worldview and actions of the learners should be felt and made visible to oneself and to others. This enables new cultural, political and artistic contexts to be created that were not previously known and therefore could not be called up. Sometimes a jump allows you to cross the Death Canyon, not a step.

3.

UNDER THE PLOW OF TIME is a platform that brings together young people from the Balkans and Central and Eastern Europe. It distrusts the prevailing political and economic rules, ideologies and perceptions. It opens up to the arts, sciences, technologies and languages ​​that are to be discovered radically.

UNDER THE PLOW OF TIME cooperates with universities, schools, technology companies/firms, artists, social and charitable institutions from 20 countries. Our capital maximises with the experiences that we gain through transnational, intercultural and interdisciplinary exchange.

Our game is unpredictable. And our game is serious. We understand THE SHOOT – AN ORIENTAL ODYSSEY as an international artistic workshop that enables transfer, exchange, reconstruction and the dissolution of colonialistic models and stereotypes.